Weltgebetstag

Der Weltgebetstag gilt als die größte ökumenische Bewegung weltweit und wird in Deutschland seit über 70 Jahren gefeiert. Auch in Unterschleißheim hat der Weltgebetstagsgottesdienst eine jahrzehntelange Tradition: Seit gut 30 Jahre bereiten die Teams der drei christlichen Kirchengemeinden den Gottesdienst zum Weltgebetstag vor, der in diesem Jahr in der Kirche St. Korbinian stattfand.

Geschmückter Altar beim Weltgebetstag
Bildrechte: Heike Köhler

Die Gottesdienstordnung für 2020 haben Frauen aus Simbabwe erstellt. Grundlage ihrer Liturgie war das Gleichnis des Gelähmten aus dem Johannesevangelium, den Jesus heilte und mit den Worten entließ: „Steh auf, nimm Deine Matte und geh!“ (Joh 5,1-13). Bevor Jesus den Gelähmten, der lange Jahre vergeblich auf das Ende seines Leidens hoffte, heilte, stellte er ihm die zentrale Frage des Bibeltextes: „Willst Du gesund werden?“ Hier an dieser Stelle knüpfen die Ausführungen der Frauen aus Simbabwe an. Armut, Elend, Diskriminierung und Gewalt beherrschen das Land im Süden Afrikas seit vielen Jahren. Immer wieder erhoffte die Bevölkerung sich eine Besserung der Situation, setzten sich vor allem die Frauen ein, um die Lebensverhältnisse zum Positiven zu verändern. Dem wurde in der Gottesdienstgestaltung der Unterschleißheimer Weltgebetstagsteams mit aussagekräftigen und anschaulichen Spielszenen Rechnung getragen. Die Frauen aus Simbabwe wollen die Gesundung der Lebensverhältnisse, sie wollen Veränderungen, die langes Leid beenden. Sie wollen, um in der Sprache des Bibelzitats zu bleiben, aufstehen, ihr Leben in die Hand nehmen und in ein besseres Leben gehen! 

Die Eindringlichkeit der Spielszenen wurde durch Einsatz von passenden Klangelementen verstärkt. Die musikalische Gestaltung mit Unterstützung der Gemeindelieder durch Chorsänger von St. Korbinian mit Begleitung durch Gitarre, Querflöte und Percussion machte den Gottesdienst zusätzlich lebendig. Will man den berührenden Eindruck des Gottesdienstes insgesamt beschreiben, darf man nicht vergessen, den liebevoll geschmückten Altar zu erwähnen, der mit seinen fließenden Tüchern und der Auswahl symbolträchtiger Gegenstände eine enge Beziehung zum Gastland Simbabwe herstellte.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Gemeindehaus St. Korbinian ein gemütliches Beisammensein statt, bei dem man landestypische Gerichte aus Simbabwe genießen konnte.